Was ist der Unterschied zwischen Hochdeutsch und Niederdeutsch?


Antwort 1:

Auf der phonologischen Ebene besteht der Hauptunterschied darin, dass Niederdeutsch nicht den hochdeutschen Konsonantenwechsel durchgemacht hat.

Am auffälligsten sind diese (etwas vereinfachten) Änderungen in Hochdeutsch:

1.) / t / wurde / ts / (geschriebenes "z") oder sogar / s /

2.) / p / wurde / pf / oder sogar / f /

3.) / k / wurde / kh /

Für Nr. 1: Vergleiche Eng. Flut mit Keim. Zeit; und Eng. mit Keim essen. essen.

Zu Nr. 2: Vergleiche Eng. Pfeffer mit Keim. Pfeffer

Zu Nr. 3: Vergleiche Eng. mit keim machen. machen

Keine dieser Änderungen fand auf Niederdeutsch statt. Meine eigene Erfahrung mit der Lektüre von Fritz Reuters Roman Ut de Franzosentid war, dass Sie, wenn Sie wissen, wie der hochdeutsche Konsonantenwechsel funktioniert, ihn einfach an dem vor Ihnen liegenden niederdeutschen Text durchführen können, wenn er nicht sofort verständlich und schnell ist genug, um etwas zu bekommen, das auf Hochdeutsch mehr oder weniger verständlich war. Vokale können normalerweise im laufenden Betrieb angepasst werden. Z.B. L.Germ: weiten> * weis (s) en> H.Germ. wissen.

Auf der grammatikalischen Ebene: Es gibt viele kleine Unterschiede, aber die auffälligsten betreffen das System der Fälle. Das Hochdeutsche behält vier (Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ) bei, aber im Niederdeutschen ist der Genitiv mit wenigen Ausnahmen (z. B. Genitiv auf unbestimmte Zeit) so gut wie verschwunden, wie auch der Dativ. (Der Dativ ist noch in älteren niederdeutschen Texten wie den niederdeutschen Bibelübersetzungen oder der Erzählung Von dem Fischer und Siner Fru in der Sammlung von Grimms erhalten.) in der Ersatzkonstruktion für den Genitiv: z.B. dat Plattdeutsch sine Utsprak.

Auf der lexikalischen Ebene: Es gibt ein paar Wörter, die sich unterscheiden, aber da das Hochdeutsche das Niederdeutsche in den letzten zwei Jahrhunderten sehr stark beeinflusst hat, haben viele niederdeutsche Wörter inzwischen dem Hochdeutschen nachgegeben, so dass die lexikalische Lücke besteht nicht so toll wie es einmal war. So habe ich einmal ein niederdeutsches Glossar durchgeblättert und das Wort Zag für „Ziege“ gefunden. Zag ist eine transparente Anleihe aus dem Hochdeutschen (Ziege; der Ton „z“ stammt nicht aus dem Niederdeutschen); das niederdeutsche Wort ist eigentlich Gat. Die ostdeutschen Dialekte weisen auch Lehnwörter aus dem Polnischen auf.

Im Großen und Ganzen steht Niederdeutsch neben der Phonologie dem Englischen näher als Hochdeutsch; die 3. pers. sg. masc. Das niederdeutsche Pronomen ist zum Beispiel "er".

Was die tatsächliche Sprache angeht, gibt es viele kleine Unterschiede in der Aussprache von Buchstaben. Es kann sich von Standardhochdeutsch genug unterscheiden, um das Verständnis für Hochdeutschsprachige mit geringen Niederdeutschkenntnissen zu erschweren. Vor einigen Jahren besuchte ich einen besonderen Gottesdienst, der ausschließlich auf Niederdeutsch abgehalten wurde. Solange ich einen schriftlichen Text vor mir hatte (z. B. die Hymnen oder das Glaubensbekenntnis oder die gedruckten Antworten), konnte ich problemlos mitmachen. Die Predigt war jedoch eine andere Sache, und ich musste mich auf die nette Dame neben mir verlassen, die mir half, wenn ich den Faden der Erzählung völlig verlor. Danach erzählte sie mir, dass es mir sehr gut gegangen sei; Als sie vor vierzig Jahren zum ersten Mal Plattdeutsch gehört hatte, hatte sie überhaupt nichts verstanden.

Schließlich können wir darüber streiten, ob Niederdeutsch ein Dialekt des Hochdeutschen oder eine eigenständige Sprache ist. Es ist eine schwierige Angelegenheit, auch wenn man den üblichen Witz beiseite lässt, dass eine Sprache von einem Dialekt dadurch unterschieden wird, dass eine Sprache eine Armee und eine Marine hat. Aus phonologischer Sicht passt Niederdeutsch zu Englisch, Niederländisch und Friesisch und sollte aus dieser Perspektive als von Hochdeutsch verschieden angesehen werden. Lexikalisch ist es jetzt viel näher am Hochdeutschen als früher und könnte aus dieser Sicht als Dialekt betrachtet werden (obwohl dieses Argument schwächer wird, wenn es ein oder zwei Jahrhunderte zurückliegt). In der Neuzeit wurde es nicht oft für ernsthafte Zwecke geschrieben (Fritz Reuters Romane sind die Hauptausnahme; wenn Thomas Mann in Buddenbrooks ein paar Sätze auf Niederdeutsch schreibt, ist es nur für den Comic-Effekt); und es gibt keine standardisierte Orthographie oder standardisierte Aussprache.


Antwort 2:

Es gibt verschiedene deutsche Dialekte. Einige sind verständlicher als andere. Hochdeutsch ist am weitesten verbreitet und wird am häufigsten verstanden. Hochdeutsch ist elitärer, raffinierter, ordentlicher und sauberer. Es ist wie ein Englischlehrer gegen ein Land, in dem man lebt.

Wenn sich eine Gruppe von Personen trennt und den Kontakt verliert (oder nur sehr eingeschränkten Kontakt hat), ändert sich die Sprache. Vor Fortschritten im Transportwesen trennten geologische Merkmale wie Entfernung, Berge, unpassierbare Wüsten und Gewässer usw. Gruppen von Menschen. Beachten Sie, dass das amerikanische und das britische Englisch vom jeweils anderen verstanden werden. Es gibt jedoch Unterschiede (z. B. in dem unten gezeigten Video), die Verwirrung stiften können.

Die Sprecher von Hoch- und Niederdeutsch waren für einen längeren Zeitraum getrennt und zu einem Zeitpunkt in der Geschichte, an dem die globale Kommunikation den Sprachwechsel überhaupt nicht verlangsamte. Fragen Sie einen älteren Menschen, welche Wörter Amerikaner früher verwendet haben und welche wir nicht mehr verwenden.


Antwort 3:

Geografisch stammte das Hochdeutsche aus Süddeutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol in Italien. Niederdeutsch stammte aus Norddeutschland, Teilen Dänemarks und Teilen der Niederlande.

Hochdeutsch erhielt seinen Namen von den Hochgebirgsländern Süddeutschlands, während Plattdeutsch sich an den Flachgebirgsländern Norddeutschlands orientierte.

Was Hochdeutsch von Niederdeutsch unterscheidet, ist, dass es die Phasen der hochdeutschen Klangverschiebung durchlief, während Niederdeutsch dies nicht tut. Wie p zu f wird, wird t zu z und d wird zu t.

Die niederdeutsche Grammatik ist der niederländischen und der englischen ähnlicher als die hochdeutsche.

Zum Beispiel (Englisch: Niederdeutsch: Hochdeutsch)

Apfel: Aupel: Apfel

Geld: Jelt: Geld

Katze: Kaut: Katze

Tisch: Desch: Tische


Antwort 4:

Im Wesentlichen zwei verschiedene Dialekte. (Im Fall von Niederdeutsch eine Gruppe von Dialekten.) Die Gutenberg-Bibel wurde in Hochdeutsch gedruckt (in Prag, damals Teil des Heiligen Römischen Reiches der Deutschen Nation) und wurde zum Standard- oder offiziellen Deutsch. Meine Großeltern sagten, einige ihrer älteren Verwandten könnten sich nicht verstehen, weil ihre deutschen Dialekte so unterschiedlich seien. Meine erste Reise nach Wien war ähnlich. Als ich eine Dame fragte, warum ich IHR Deutsch verstehen könne, antwortete sie, sie komme nicht aus Wien, sie komme aus Prag / Prag.

Übrigens ist ENGLISCH eine DEUTSCHE Sprache. Aber 1/3 des Wortschatzes stammt aus dem Französischen aufgrund der normannischen Invasion im Jahr 1066.